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2019

Fotos: Julian Erbeling

Die diesjährige Freizeit brachte diverse Neuerungen und einige Überraschungen mit sich. Neu war unter anderem, dass nicht nur HCG-„eigene“ Jugendliche die letzte Ferienwoche im Nirgendwo verbracht haben. Rund die Hälfte der Teilnehmer fand über die JSG vom TSV Schott zu uns.

Nach einer verregneten Freizeit 2017 und der Rekordhitze im letzten Jahr sollte dieses Jahr nun wieder das Wasser die Hauptrolle im Auftritt des Wetters spielen. Schon am Sonntagabend mussten wir die erste Einheit der Freizeit aufgrund des Regens abbrechen. Nach einem Blick auf die Prognosen für die Woche haben wir daraufhin am sonnigen Montag jede freie Minute auf dem Sportplatz verbracht. Ab Dienstag war dann nämlich an Handball nicht mehr zu denken. Der nasse Tartanplatz erinnerte mehr an eine Wasserrutsche als an einen Sportplatz.

Ganz andere Probleme traten allerdings schon bei der Anreise auf. So mussten neben vielfachen Auskünften, in welchen Zimmern man denn nun unterkomme, unter anderem auch auf die (ernst gemeinte) Frage antworten, wo denn der Schalter für die Klimaanlage des Rittersaals zu finden sei. Betreffender Sportsfreund hätte letzten Sommer sicherlich keinen Spaß in der Hitze gehabt!

Die obligatorische Nachtwanderung hatte ein bereits mehrfach mitgereister Sportsfreund nicht mehr auf dem Radar – so kamen am schönsten Stück Weg, als es dann endlich so richtig in den Wald ging, auch schnell Beschwerden über ungeeignetes und vor allem viel zu teures Schuhwerk auf. Blöd, wenn man damit durch den Matsch will… Ebenfalls etwas verwundert durften auch diejenigen schauen, die es für eine gute Idee gehalten haben, anstatt in die Landschaft, auf das ausdrücklich für die Wanderung verbotene Mobiltelefon zu schauen. Rein aus Gründen der Gefahrenverhütung mussten diese Geräte selbstverständlich unmittelbar eingezogen werden – nicht, dass noch jemand vor den Baum läuft!

Auch sonst war das Thema Handy präsenter als sonst. Mehrfach wurden wir Betreuer am Telefon von Eltern überrascht, die mit uns klären wollten, dass sie ihr Kind abholen wollen. Das aber ohne dass jene Kinder vorher ein einziges Wort an uns verloren hätten. Vorbei die Zeiten, in denen wir eine Woche ohne Handy und Internet genießen konnten. Willkommen im Kommunikationszeitalter!

Ebenfalls stark gestaunt hatten wir bereits am ersten Abend, als wir die Nachtruhezeiten verkündet haben und lautstarker Protest auftrat. Soweit bekannt und normal, jedes Jahr wird um mehr Freizeit am Abend und eine spätere Nachtruhe verhandelt. Nicht so dieses Jahr – wie im falschen Film haben wir die Kinder angeschaut, als die verkündet haben, sie bräuchten viel mehr Schlaf, mindestens zwölf Stunden, und wir mögen deswegen doch die Bettruhe entsprechend vorziehen. Das hat es so vorher noch nicht gegeben.

Fast auch schon Tradition war die selbstgemachte Holzofenpizza am Dienstagabend. Dank tatkräftiger Unterstützung durch Babsi, Domi, Niggy, Lukas, Heiko und Niggo konnten wir im Akkord Teig ausrollen, belegen und backen. Auch ein kurzer Regenschauer konnte die gute Stimmung nicht trüben oder verhindern, dass gleich mehrfach Nachschlag produziert wurde.

Um die Auswirkungen des Regens zu umgehen, haben wir am Mittwoch eine nachmittägliche Wanderung eingeschoben. Auf dem Weg durch Winterburg, Gebroth und Winterbach haben wir drei Stunden lang die Gegend erkundet. Während die Kinder sich noch darüber gefreut haben, dass wir freilaufenden Pferden begegnet sind, hatten wir damit zu kämpfen, die verängstigten Vierbeiner davon abzuhalten, durch die Menge zu rennen. Glücklicherweise ließ die Situation dann aber doch gut regeln und verlief glimpflich.

Kurz nach dieser Unterbrechung hat sich dann die Zahl der Wanderer um eins erhöht – eine örtliche Hündin hat sich der Gruppe nach euphorischen Streicheleinheiten gern angeschlossen. Trotz mehrfacher Versuche, sie wieder nach Hause zu schicken, wollte das Tier bei uns bleiben. Kurzerhand wurde sie zum Ehrenhund erklärt und im Rudel akzeptiert. Nach der Ankunft im Schullandheim konnten wir dann doch noch den Besitzer erreichen und unter großem Aha die Gruppe wieder auf die gewohnte Zahl reduzieren.

Da wir die Regenzeiten aber auch nicht nur draußen im Nassen, lediglich auf anderem Untergrund, überbrücken wollten, durfte sich auch in einer neuen Sportart gemessen werden. Bei einem Tischkickerturnier konnten sich die Kinder und Jugendlichen in Viererteams begehrte Preise sichern.

Darüber hinaus haben wir die Zeit im Trockenen genutzt, uns neben all dem Spaß auch mit einem ernsten Thema auseinander zu setzen. Rund zwei Stunden lang konnten sich alle Teilnehmer mit dem Thema Mobbing auseinandersetzen. Dabei haben wir zunächst erörtert, was denn eigentlich Mobbing ist und ob man auch nur ein bisschen mobben kann (nein!). Anschließend wurde dann spielerisch am eigenen Körper erfahren, wie es sich anfühlt, aus einer Gruppe ausgeschlossen zu werden und nicht erwünscht zu sein. Nach den erschreckenden Ergebnissen einer anonymen Umfrage, wie viele der Teilnehmer bereits Erfahrungen mit Mobbing als Opfer und als Täter gemacht haben (erschreckend viele auf beiden Seiten!), konnten sich die Kinder dann auch nochmal ohne uns Betreuer über das Thema austauschen. Und nicht zuletzt hatten dann auch wir Betreuer die eine oder andere Geschichte aus unserer eigenen Erfahrung zu erzählen.

Der traditionell am Donnerstag ausgerichtete bunte Abend stand dieses Jahr ganz unter dem Motto „Talentsuche“. In vier Gruppen durften die Sportsfreunde sich kreativ austoben und ein Fernsehformat parodieren. Während die einen versucht haben, sich bei der „Bachelorette“ mit Geld den Sieg zu erkaufen und die anderen einfach nur ins Fernsehen wollten, haben kurz danach auf dem Laufsteg die handballgroßen Brüste eines Sportsfreunds nicht nur die Jury von „Winterburgs next Topmodel“ beeindruckt. Mit viel Applaus wurde ein beeindruckendes Klavierspiel zum „Supertalent“ gekürt, nachdem zuvor ein verzauberter Zauberwürfel schon einen Kandidaten der Show verwiesen hatte. Den Abschluss haben unter dem Motto „Mein Mann kann“ die Kandidaten mit verbundenen Augen Bälle auf einen Korb geworfen, ohne Hände Bananen gegessen und ein Eierlauf-Parkour bewältigt. Auf den Siegerkuss warten wir allerdings heute noch.

Fazit: Viel Regen hat uns wenig Handball spielen lassen.

Trotzdem konnten wir mit einem abwechslungsreichen Programm durch die Woche führen. Nächstes Jahr hoffen wir dann auf besseres Wetter, um mehr Zeit auf dem Platz verbringen zu können – nichtsdestotrotz wollen wir auch den einen oder anderen Punkt unseres diesjährigen Notfallplans in das reguläre Programm mit aufnehmen.

Bis nächstes Jahr.
Euer Wibu Team

2018

Fotos: Julian Erbeling

Was hatten wir letztes Jahr noch über den Regen geklagt.

Ganze zwei trockene Tage, der Rest immer wieder verregnet, machte uns damals das Leben oder besser gesagt die Trainings- und Tagesplanung doch schwer. Und dieses Jahr? Hitze, Hitze, Hitze. Lediglich der Mittwoch brachte etwas Abkühlung aber damit auch den Regen und somit einen nassen Sportplatz.

Wie also umzugehen mit Temperaturen von 30-40 Grad Celsius? Wenn der Sportplatz in der Mittagszeit barfuß nicht mehr betreten werden kann, da einem sonst Brandblasen an den Füßen drohen. Am Sonntag hatten wir nach der Ankunft noch keine Probleme mit der Hitze. Nur einige Kids kamen etwas ins Schwitzen, als wir den diesjährigen Aufenthalt zur ersten Smartphone-freien Woche erklärten und die Handys einsammelten. Man kann sich schließlich so schlecht mit seinen Teamkameraden vor Ort unterhalten, wenn man gleichzeitig noch mit dem Rest der Welt verbunden sein muss.

Die Nachtwanderung rundete wie immer den ersten Tag ab. Hier ging es bergauf, bergab, sehr zur Freude der Kids und Betreuer. Wer hat sich denn nur diese Strecke ausgesucht? Montag stand der erste Hitzetag auf dem Programm. Hier reifte dann nach der ersten Nachmittagseinheit die Erkenntnis, dass die Temperaturen um diese Zeit zu heftig sind, um im Laufe der Woche weiterhin dann zu trainieren, wenn die Sonne am höchsten Punkt steht. Der Abend eignete sich dann aber prima, um noch genügend Handball zu spielen.

Wir Betreuer erhielten dann auch noch Unterstützung von Lukas und Heiko, die uns halfen, durch die zweite Nacht zu kommen. In dieser reifte dann auch die Idee, dem Rittersaal einen Kronleuchter-Ventilator zu spendieren, um mit der Hitze einfach besser zurecht zu kommen. Leider blieb der Prototyp weit hinter seinen Erwartungen zurück und offenbarte doch große Mängel direkt nach Inbetriebnahme. So erfolgte die direkte Deinstallation.

Der Dienstag brachte dann neben einer Trainingseinheit des Neu-Präsis Lukas bei weiterhin tropischen Temperaturen auch eine Abkühlung in Form einer Wasserschlacht. Für den Anfang bekamen die Kids noch Wasserbomben zur Verfügung gestellt, danach mussten Eimer und Flaschen herhalten. Und da uns 40 Grad nicht genug waren, feuerten wir später noch den Pizzaofen an, um bei 400 Grad das Abendessen direkt im Steinofen zuzubereiten. Frage eines noch jungen und unbedarften Sportkameraden: „Könnt ihr eigentlich auch eine Pizza machen, die nicht verbrannt ist?“ War leider die falsche Frage. Die Erkenntnis erlangte er dann wahrscheinlich auch, als er als Letzter seine Pizza bekam.

Der Mittwoch brachte dann die erste Abkühlung in Form von leichten Schauern. Also durften die Kids die umliegende Umgebung bei mehreren Joggingrunden erkunden. Auch die Treppenstufen wurden mehrfach gezählt. Am Abend folgte dann noch ein Tischkickerturnier, und auch im Wikingerschach wurde sich gemessen. Da dies jedoch unser einziger Regentag bleiben sollte, konnte dieser recht Handball-freie Tag sehr gut überbrückt werden.

Am Donnerstagnachmittag hieß es dann „Pack die Badehose ein“ und ab ging es nach Winterbach ins Schwimmbad. Bei den Temperaturen genau richtig. Der Abend wurde dann mit selbst gestalteten Wetten der Zimmer - wie Latten treffen oder Biertischgarnituren aufstellen - abgerundet. Auch hier offenbarte sich das Talent Einiger, zu diskutieren, wo es überhaupt nichts zu diskutieren gab.

Am Freitag war die Woche dann auch schon wieder rum. Wie immer war die Zeit nur so verflogen, und mit etwas Sonnenbrand und dem Bedürfnis Schlaf nachzuholen, ging es am Nachmittag schon wieder nach Hause. Die B-Jugend wartete jedoch vergeblich auf den Bus, der da kommen sollte. Wayne, der Busfahrer, hatte wohl frei.

Florian Bieker

2017

Fotos: Julian Erbeling

S-S-R-S-R-R

Was mag uns diese seltsame Abkürzung sagen?

„Schwitzende Schweizer reichen sich rohes Rapsöl“?
Oder etwa „Sieben Seppel reisen samstags Richtung Rosenheim“?

Nein, es steht leider für unseren diesjährigen Wetterrhythmus Sonne, Sonne, Regen, Sonne, Regen, Regen.

Und da wir mit unserem Freiluftsportplatz natürlich sehr vom Wetter abhängig sind, kann man erkennen, dass dieses Jahr die Bedingungen nicht ganz so optimal waren. Aufgrund der Wettervorhersage entschieden wir uns daher, direkt am ersten Abend schon die Handballschuhe zu schnüren. Neben einem kleinen Turnier übten wir uns auch im Namen lernen und Gesten merken. Abends gab es dann unsere Nachtwanderung, die jedoch aufgrund des wolkenfreien Himmels und des Vollmondes eher an einen Tagesausflug erinnerte, so hell war es.

Montag dann Sonne pur, von morgens bis abends. Und so nutzten wir dann auch den Platz bis spät in den Abend, als das Licht nicht mehr ausreichte. Dienstag erreichte uns dann leider der erste Regen. Kaum hatten wir mit dem Warmlaufen begonnen, fielen auch schon die ersten Tropfen.

So mussten wir kurzfristig umdisponieren und im Haus eine Athletikeinheit absolvieren. Am Nachmittag hatte es dann zwar aufgehört zu regnen, doch der Platz war leider nicht bespielbar. So kam es zu zwei Auflagen eines groß angelegten Tischkicker-Turniers, bei dem sich zumindest einmal die Jüngsten mit dem Turniersieg belohnten.

Zum Abendessen gab es dann als Highlight Pizza aus dem Steinofen. Mit der Unterstützung von Niggo produzierten die Betreuer an diesem Abend Pizza wie am Fließband. Nach ca. 80 Pizzen waren dann zum Glück alle satt, und auch unter den Betreuer war eine gewisse Müdigkeit auszumachen. Am Mittwoch war dann zum Glück die Sonne wieder da.

Die abendliche Anrufung des Feuergotts, er möge dem Wettergott doch bitte in den Hintern treten, schien gewirkt zu haben. Also Handball Training und Spiel von morgens bis abends. Aber offensichtlich konnten wir die Sportskameraden nicht genug beschäftigen, es war in der Nacht einfach noch zu viel Energie vorhanden. Die wurde dann eifrig genutzt, sich nach der Bettruhe noch im Haus „zu verlaufen“ und im falschen Zimmer und Bett zu landen. Da ist man als Betreuer dann natürlich gerne bereit zu helfen und den Herrschaften den Weg ins richtige Bett zu weisen. Zu ärgerlich, wenn nur kurze Zeit später einige Betten wieder verwaist vorgefunden werden. Aber gut, wenn die Matratzen und das Bettzeug nicht benötigt werden, dann kann man es ja aus dem Zimmer entfernen. Nach erfolgreicher Rückkehr ins eigene Zimmer durften die Jungs sich dann die verbliebenden Utensilien zum Schlafen teilen.

In der Nacht hatte es leider schon zu regnen begonnen, und das Niederschlagswetter setzte sich am folgenden Donnerstag gnadenlos dem kompletten Tag durch. Der Platz war nicht zu gebrauchen, die nächste Athletik-Einheit wurde im Haus absolviert.

Am Nachmittag dann Gruppenspiele der besonderen Art und Vorbereitung auf den Abschlussabend. Hier wurden uns dann doch allerhand geboten. So gab es u.a. neben einer Rätsel-Schnitzeljagd durch das Haus auch die Premiere von „Schiffe versenken“ an bzw. hinter der Tischtennisplatte.

Als Abschluss wurde dann in einem Quiz noch das erfolgreichste Team der Woche gesucht und gefunden. Zum Ausklang am Freitagmorgen war dann Laufen im Felde angesagt, da der morgendliche Regen die Hoffnung auf einen bespielbaren Platz zunichtemachte.

Aber gut, die Woche kann trotz der zwei kompletten Platzausfälle als absolut positiv bewertet werden. Unter anderem auch deswegen, weil wir mit 33 Kindern/Jugendlichen wieder deutlich mehr Teilnehmer hatten als die letzten sechs Jahre. Daher freuen wir uns schon jetzt wieder auf das nächste Jahr.

Bis dahin, für das ganze WiBu-Team
Florian Bieker