04. - 09.08.2019: Jugend-Sommer-Freizeit Winterburg

04. - 09.08.2019: Jugend-Sommer-Freizeit Winterburg


Die Macher v.l.: Flo, Julian, Domi, Markus, Babette, Niko, Cècile, Heiko, Niggi, Lukas

Der HCG hatte wieder zur beliebten Jugend-Sommer-Freizeit ins schöne Schullandheim Winterburg eingeladen:

 

Bericht: Florian Bieker

Fotos: Julian Erbeling

 

 

 

Florian "Flo" Bieker

Die diesjährige Freizeit brachte diverse Neuerungen und einige Überraschungen mit sich.

Neu war unter anderem, dass nicht nur HCG-„eigene“ Jugendliche die letzte Ferienwoche im Nirgendwo verbracht haben. Rund die Hälfte der Teilnehmer fand über die JSG vom TSV Schott zu uns.

 

Nach einer verregneten Freizeit 2017 und der Rekordhitze im letzten Jahr

sollte dieses Jahr nun wieder das Wasser die Hauptrolle im Auftritt des Wetters spielen. Schon am Sonntagabend mussten wir die erste Einheit der Freizeit aufgrund des Regens abbrechen. Nach einem Blick auf die Prognosen für die Woche haben wir daraufhin am sonnigen Montag jede freie Minute auf dem Sportplatz verbracht. Ab Dienstag war dann nämlich an Handball nicht mehr zu denken. Der nasse Tartanplatz erinnerte mehr an eine Wasserrutsche als an einen Sportplatz.


Ganz andere Probleme traten allerdings schon bei der Anreise auf.

So mussten neben vielfachen Auskünften, in welchen Zimmern man denn nun unterkomme, unter anderem auch auf die (ernst gemeinte) Frage antworten, wo denn der Schalter für die Klimaanlage des Rittersaals zu finden sei. Betreffender Sportsfreund hätte letzten Sommer sicherlich keinen Spaß in der Hitze gehabt!

 

Die obligatorische Nachtwanderung hatte ein bereits mehrfach mitgereister Sportsfreund nicht mehr auf dem Radar

– so kamen am schönsten Stück Weg, als es dann endlich so richtig in den Wald ging, auch schnell Beschwerden über ungeeignetes und vor allem viel zu teures Schuhwerk auf. Blöd, wenn man damit durch den Matsch will… Ebenfalls etwas verwundert durften auch diejenigen schauen, die es für eine gute Idee gehalten haben, anstatt in die Landschaft, auf das ausdrücklich für die Wanderung verbotene Mobiltelefon zu schauen. Rein aus Gründen der Gefahrenverhütung mussten diese Geräte selbstverständlich unmittelbar eingezogen werden – nicht, dass noch jemand vor den Baum läuft!

 

Auch sonst war das Thema Handy präsenter als sonst.

Mehrfach wurden wir Betreuer am Telefon von Eltern überrascht, die mit uns klären wollten, dass sie ihr Kind abholen wollen. Das aber ohne dass jene Kinder vorher ein einziges Wort an uns verloren hätten. Vorbei die Zeiten, in denen wir eine Woche ohne Handy und Internet genießen konnten. Willkommen im Kommunikationszeitalter!

 

Ebenfalls stark gestaunt hatten wir bereits am ersten Abend,

als wir die Nachtruhezeiten verkündet haben und lautstarker Protest auftrat. Soweit bekannt und normal, jedes Jahr wird um mehr Freizeit am Abend und eine spätere Nachtruhe verhandelt. Nicht so dieses Jahr – wie im falschen Film haben wir die Kinder angeschaut, als die verkündet haben, sie bräuchten viel mehr Schlaf, mindestens zwölf Stunden, und wir mögen deswegen doch die Bettruhe entsprechend vorziehen. Das hat es so vorher noch nicht gegeben.

 

Fast auch schon Tradition war die selbstgemachte Holzofenpizza

am Dienstagabend. Dank tatkräftiger Unterstützung durch Babsi, Domi, Niggy, Lukas, Heiko und Niggo konnten wir im Akkord Teig ausrollen, belegen und backen. Auch ein kurzer Regenschauer konnte die gute Stimmung nicht trüben oder verhindern, dass gleich mehrfach Nachschlag produziert wurde.

 

Um die Auswirkungen des Regens zu umgehen,

haben wir am Mittwoch eine nachmittägliche Wanderung eingeschoben. Auf dem Weg durch Winterburg, Gebroth und Winterbach haben wir drei Stunden lang die Gegend erkundet. Während die Kinder sich noch darüber gefreut haben, dass wir freilaufenden Pferden begegnet sind, hatten wir damit zu kämpfen, die verängstigten Vierbeiner davon abzuhalten, durch die Menge zu rennen. Glücklicherweise ließ die Situation dann aber doch gut regeln und verlief glimpflich.

 

Kurz nach dieser Unterbrechung hat sich dann die Zahl der Wanderer um eins erhöht

– eine örtliche Hündin hat sich der Gruppe nach euphorischen Streicheleinheiten gern angeschlossen. Trotz mehrfacher Versuche, sie wieder nach Hause zu schicken, wollte das Tier bei uns bleiben. Kurzerhand wurde sie zum Ehrenhund erklärt und im Rudel akzeptiert. Nach der Ankunft im Schullandheim konnten wir dann doch noch den Besitzer erreichen und unter großem Aha die Gruppe wieder auf die gewohnte Zahl reduzieren.

 

Da wir die Regenzeiten aber auch nicht nur draußen im Nassen,

lediglich auf anderem Untergrund, überbrücken wollten, durfte sich auch in einer neuen Sportart gemessen werden. Bei einem Tischkickerturnier konnten sich die Kinder und Jugendlichen in Viererteams begehrte Preise sichern.

 

Darüber hinaus haben wir die Zeit im Trockenen genutzt,

uns neben all dem Spaß auch mit einem ernsten Thema auseinander zu setzen. Rund zwei Stunden lang konnten sich alle Teilnehmer mit dem Thema Mobbing auseinandersetzen. Dabei haben wir zunächst erörtert, was denn eigentlich Mobbing ist und ob man auch nur ein bisschen mobben kann (nein!). Anschließend wurde dann spielerisch am eigenen Körper erfahren, wie es sich anfühlt, aus einer Gruppe ausgeschlossen zu werden und nicht erwünscht zu sein. Nach den erschreckenden Ergebnissen einer anonymen Umfrage, wie viele der Teilnehmer bereits Erfahrungen mit Mobbing als Opfer und als Täter gemacht haben (erschreckend viele auf beiden Seiten!), konnten sich die Kinder dann auch nochmal ohne uns Betreuer über das Thema austauschen. Und nicht zuletzt hatten dann auch wir Betreuer die eine oder andere Geschichte aus unserer eigenen Erfahrung zu erzählen.

 

Der traditionell am Donnerstag ausgerichtete bunte Abend

stand dieses Jahr ganz unter dem Motto „Talentsuche“. In vier Gruppen durften die Sportsfreunde sich kreativ austoben und ein Fernsehformat parodieren. Während die einen versucht haben, sich bei der „Bachelorette“ mit Geld den Sieg zu erkaufen und die anderen einfach nur ins Fernsehen wollten, haben kurz danach auf dem Laufsteg die handballgroßen Brüste eines Sportsfreunds nicht nur die Jury von „Winterburgs next Topmodel“ beeindruckt. Mit viel Applaus wurde ein beeindruckendes Klavierspiel zum „Supertalent“ gekürt, nachdem zuvor ein verzauberter Zauberwürfel schon einen Kandidaten der Show verwiesen hatte. Den Abschluss haben unter dem Motto „Mein Mann kann“ die Kandidaten mit verbundenen Augen Bälle auf einen Korb geworfen, ohne Hände Bananen gegessen und ein Eierlauf-Parkour bewältigt. Auf den Siegerkuss warten wir allerdings heute noch.

Fazit: Viel Regen hat uns wenig Handball spielen lassen.

Trotzdem konnten wir mit einem abwechslungsreichen Programm durch die Woche führen. Nächstes Jahr hoffen wir dann auf besseres Wetter, um mehr Zeit auf dem Platz verbringen zu können – nichtsdestotrotz wollen wir auch den einen oder anderen Punkt unseres diesjährigen Notfallplans in das reguläre Programm mit aufnehmen.

 

Bis nächstes Jahr.

Euer Wibu Team